Schulpferde

Der Job eines Schulpferdes ist nicht einfach.
Jeden Tag mit Reitanfängern und mit verschiedenen Menschen zu tun zu haben, die alle etwas unbeholfen sind im Umgang und in ihrer Reitweise, ist  für Pferde generell schwer zu verstehen.

Pferde haben in etwa den Verstand eines 4 jährigen Kindes und brauchen konsequente als auch überlegte „Führung“.  Deshalb ist es  wichtig, dass die Bezugsperson – der Reitlehrer – die Reitstunden sowie die Ausritte begleitet und überwacht.

Schulpferde sollten eine gute Grundausbildung (ca. 2 Jahre) mit einem Trainer oder erfahrenen Reiter absolvieren.  Ein Schulpferd muss aber keine willenlose „Maschine“ sein, es darf die Reitschüler auch ab und zu fordern „aktiv zu Reiten“.  Im wahren Reiterleben wird jeder immer wieder mal mit dem  „Eigenwillen“ der Pferde konfrontiert.
 
Ein wichtiger Teil der Grundausbildung für Reiter sollte darin bestehen, auch Kontrollübungen zu erlernen, wenn das Pferd mit dem Reiter nicht einer Meinung ist.  Deshalb ist es gut, wenn Pferde im Rahmen eines Reittrainings den Reitschüler auch mal fordern. Natürlich darf ein Schulpferd die Lernphase der Reitschüler nicht auf gefährliche Weise ausnützen (steigen, buckeln, durchgehen). Harmlose Widersetzlichkeiten sind eine gute Möglichkeit für Reitschüler, um Kontrollübungen zu erlernen – um auch im „Ernstfall“ richtig zu reagieren.

Worauf sollte man achten in einem Reitschulbetrieb in Bezug auf die Schulpferde?
• Der Reiterlehrer sollte die Pferde gut kennen und sie auch „Korrekturreiten“
• Freundlicher aber konsequenter Umgang mit den Pferden
• Pferde sollten regelmäßig die Möglichkeit haben, sich auch einmal ohne Reiter „ausgaloppieren“ oder „ausbuckeln“ zu können – sonst könnte die Reitstunde eine günstige Gelegenheit dafür sein
• Maximal 2 Reitstunden pro Pferd am Tag; wobei mind. 3 Stunden Pause zwischen den Reitstunden liegen sollte Ausnahmen sind natürlich Tagestouren, die nicht täglich stattfinden
• Der eine Reitschüler steigt ab und der Nächste gleich wieder drauf – das ist ein absolutes „no go“!!!

  Wenn diese Grundregeln beachtet werden, können Schulpferde bis zu „Pensionierung“ geistig und körperlich fit bleiben ohne „auszubrennen“.